Ephedra als Heilpflanze

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chronic
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Re: Ephedra als Heilpflanze

Beitrag von chronic » 20. Feb 2016, 22:08

Selbst gezogen? Bist du dir absolut sicher das es sich um E. nevadensis handelte?
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Pusemuckel
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Re: Ephedra als Heilpflanze

Beitrag von Pusemuckel » 21. Feb 2016, 14:19

Naja, die Samen wurden mir zumindest als solche verkauft..... :rolleyes:
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chronic
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Re: Ephedra als Heilpflanze

Beitrag von chronic » 22. Feb 2016, 03:26

Warum ich frage, weil die Meinungen bezüglich des Pseudoephedringehalt auseinander gehen. Es aber für eine möglichst genaue Vorstellung dieser neuweltlichen Ephedre äußerst wichtig ist. Ephedrin kommt in dieser Art nicht vor. Weiter, es wird genommen wegen seiner schleimlösenden und stimulierenden Wirkung, was wiederum auf eine Psychoaktivität hindeutet. Die jenigen die der Art stimmulierende Effekte zugestehen geben als Dosis 5 g- 20 g Kraut auf einen Liter Wasser an. Auch bezüglich der Frostverträglichkeit finden sich wiedersprüchliche Informationen was es schwierig macht E. nevadensis richtig einzuordnen. Die einen schreiben zwischen -6.5°- -12° C und anderswo bis -20° C. Ganz davon mal abgesehen, dass man den Angaben vieler Shops nur bedingt trauen kann und ich zumindest im Fall von E. helvetica immer noch nicht wirklich davon überzeugt bin, dass es sich immer wirklich um helvetica Saatgut handelt was angeboten wird.
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Re: Ephedra als Heilpflanze

Beitrag von Pusemuckel » 23. Feb 2016, 07:53

Danke für die Antwort @ chronic! In ein paar Jährchen kann ich dann auch evtl. was zu meinen momentanen Sämlingen sagen! :smiley33.gif:
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Re: Ephedra als Heilpflanze

Beitrag von chronic » 23. Feb 2016, 19:58

Was ich schon mal sagen kann, ein kleiner E.nevadensis Sämling hat in einem kleinen Topf mit echt feuchten Substrat Temperaturen von Minus 10° C kurzzeitig überstanden. Der Topf war gefroren für glaube drei Tage. Die weniger optimale Erde ist immer noch feucht und er lebt immer noch.
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Re: Ephedra als Heilpflanze

Beitrag von Mr. Nice » 26. Feb 2016, 23:47

Habt jemand noch mehr Informationen über Ephedra intermedia (Ma huang Zhong) sammeln können?
Ist diese in der Alkaloid Menge und Zusammensetzung wirklich Ephedra Sinica ähnlich ? Ich bin bei so etwas immer etwas skeptisch... Schön wäre es aber !
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Re: Ephedra als Heilpflanze

Beitrag von chronic » 27. Feb 2016, 12:04

Ephedra sinica
Gesamtalkaloidgehalt 1-2%

Ephedra intermedia (E. glauca)
Gesamtalkaloidgehalt: 0,5- 2,2%

Wenn es dir um den Alkaloidgehalt geht würde ich zu einer der drei E. gerardiana Unterarten greifen. Deren Alkaloidgehalt wird mit zwischen 0,28 und 2,79 Alkaloide, nach anderen Quellen bis gut 3% angegeben. Ob es jahreszeitliche Schwankungen oder in der Art begründete sind? Jedenfalls ist im Herbst geerntetes Kraut sehr potent. Zusätzlich kommt "Somalata" bekannter Maßen gut mit dem mitteleuropäischen Klima zurecht.
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Re: Ephedra als Heilpflanze

Beitrag von Mr. Nice » 27. Feb 2016, 12:29

Mir machen die vielen Arten und die vielen unterschiedlichen Angaben zum Alkaloidgehalt/zusammensetzung sehr zu schaffen. :irre:

So wie es aussieht werde ich die kommende Saison nutzen um die Potentesten und medizinisch wirksamsten 3 Ephedra Arten in meine Sammlung aufzunehmen.
Dabei liegt mein Augenmerk ausschließlich auf dem Alkaloid L-Ephedrin. Ich dachte aufgrund meiner bisherigen Recherchen das ich mit Ephedra sinica / Ephedra equisetina und Ephedra intermedia die
geeignetsten Sorten gefunden zu haben... :smiley32:

Nun stellt sich mit die frage ob das der Weisheit letzter Schluss ist :)
Wie sieht es mit der Zusammensetzung der Alkaloide in den drei E. gerardiana Unterarten aus. Überwiegt das L-Ephedrin ?
Welches sind die Unterarten ? Ephedra distachya, Ephedra vulgaris & Ephedra wallichii ?
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Re: Ephedra als Heilpflanze

Beitrag von chronic » 27. Feb 2016, 13:44

Wir reden hier gerade nur von Ephedrinhaltigen!!!

E. sinica ist eine Ephedre die aus mir noch nicht wirklich schlüssigen Gründen gehypt wird. Ephedra vulgaris ist eine allgemeine Bezeichnung für primär E. distachya, E. mayor, teils anderen Arten.

Ephedra distachya ist eine eigenständige Art. Für sie wird als absoluten Alkaloidgehalt maximal 2 % angegeben. Wohlgemerkt bei dem Alkaloidgehalt geht es um den Gesammtalkaloidgehalt in der Pflanze. Der Ephedringehalt ist dann bei den eurasischen immer noch hoch. Daneben noch Pseudoephedrin u.a.. Ausnahmen Arten die fast keine Alkaloide haben, aber hier nicht besprochen werden.
Das Schweitzer Meerträubel, E. helvetica, wurde bei meinen Angaben nicht berücksichtigen weil deren Artzugehörigkeit umstritten ist und der Alkaloidgehalt anders sein kann.

Ephedra wallichii ist ein Synonym für E. gerardiana var. gerardiana.
Die drei anerkannten Unterarten von Ephedra gerardiana:

E. gerardiana var. gerardiana
E. gerardiana var. saxatilis
E. gerardiana var. sikkimensis

Der Alkaloidgehalt soll bei allen drei Unterarten gleich sein. Hör auf den chronic wenn er sagt das E. gerardiana eine gute Wahl ist. ;-)
Selber würde ich trotz etwas niedrigerem Alkaloidgehalts E. distachya mit dazu nehmen. Beide Arten sind für Mitteleuropas Bedingungen absolut geeignet.
Die Alkaloidmenge von E. major als weitere interessante Art habe ich momentan nicht auf dem Schirm kann sie bei Bedarf aber nachliefern.
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Re: Ephedra als Heilpflanze

Beitrag von Mr. Nice » 27. Feb 2016, 13:55

Dann werde ich mal auf den Chronic hören ! :beer:

Ephedra sinica / Ephedra equisetina / Ephedra gerardiana / Ephedra distachya werden wohl in Angriff genommen.

Ich hoffe das es die richtige Entscheidung ist...
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