Vorstellung einer Schamanenpflanze

froggell
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Vorstellung einer Schamanenpflanze

Beitrag von froggell » 12. Jun 2021, 20:45

Hallo zusammen,

heute möchte ich von meinen geliebten Echinopsis Pachanoi aus Quito (Ecuador) berichten.

Die Geschichte begann, als ich mich Anfang 2016 für eine Ayahuasca Heilreise nach Ecuador entschieden habe. In Begleitung einer kleinen Gruppe von Schweizern und einer bis dato in der Schweiz lebenden Ayahuasca Schamanin, machten wir uns im Herbst 2016 auf eine für alle aufregende und herausfordernde Reise.
Ich möchte zwar an dieser Stelle garnicht so explizit auf die Reise an sich eingehen, jedoch nenne ich für Interessierte nun doch einige Eckdaten dieser,
um sich das Ganze ein bisschen lebhafter vorstellen zu können.

Die Reise begann in der Hauptstadt Quito, der zweitgrößten Stadt Ecuadors, die einer der höchstgelegenen Städte der Welt ist. Dort starteten wir auch mit der Auftaktzeremonie, einem San Pedro Ritual unter Anleitung vom San Pedro Schamanen Marco.

Die zweite Station war Otavalo, einem recht trockenen Gebiet nördlich von Quito und umgeben von 3 Vulkanen. Dort lebten wir einige Tage bei den Andenquechwas,
mit denen wir einige sehr liebevolle Rituale rund um Mutter Erde zelebrieren durften. (Schwitzhütte, Pacha Manka)
Hier gab es auch einen sehr schönen Markt, auf dem man Allerlei traditionelle Utensilien erwerben konnte. (Ritualschmuck, Steine, Handgenähtes mit den für Ecuador typischen Webmustern…die Shipibos haben aus meiner Sicht die schönsten und filigransten Muster ;-))

Dritte Station war in der Nähe der Stadt Tena, welche im Amazonasbecken liegt.
Abgesetzt an einer Art Bushaltestelle starteten wir eine ca. 1,5 stündige Wanderung mit Sack und Pack in den Regenwald.
Mit komplett nassgeschwitzter Kleidung kamen wir in einem im Dschungel hergerichteten Heilzentrum an. Unter Anleitung zweier Amazonasquechwas Schamanen
(Vater und Sohn) erlebte ich hier die intensivste Zeit der ganzen 3 Wochen in Ecuador.

Vierte Station, war die Küste Ecuadors, in der Nähe von Jama in einer kleinen Anlage mit mehreren Apartments unter der Obhut eines Schweizers,
der uns für 3 Tage liebevoll mit Speis und Trank verpflegte. (zumindest so kulinarisch und schmackhaft es bei einer Ayahuasca Diät möglich ist ;-))

An jedem Ort machten wir mehrere Zeremonien, sodass wir schlussendlich (ich meine) auf 10 Ayahuasca Ritualen, 2 San Pedro, 2 Schwitzhütten und einige andere einheimische Geschichten kamen.

Nach dieser kleinen Übersicht möchte ich nun natürlich noch meinen Pachanoi vorstellen und auf meine Erfahrungen rund um diese Meisterpflanze eingehen.
Marco lebte in der Stadt Quito. Ein wenig abgelegen von der Stadt in einer der bergigeren Gegenden hatte er seine Finca, die augenscheinlich ständig wuchs.
(Es waren viele Anbauten zu erkennen)
Mit seiner Familie mit 5-7 Kinder und einigen Lehrlingen lebte er auf einem üppigen Areal. Schon beim ersten Betreten fielen uns allen die Kinnladen hinunter,
denn aus beinahe jeder erdigen Stelle im Garten sprossen San Pedro Kakteen empor, die eine beachtliche Größe hatten.
Auch wenn die meisten von uns kein wirklich flüssiges Spanisch konnten, vernahmen wir die herzliche Art der Menschen dort. Sie kannten unseren Schlag Mensch und natürlich auch unsere Anleitung. So kamen wir schnell in ein Miteinander. Nach einigen Stunden der Orientierung und einer kleinen Mahlzeit,
begann dann am Abend auch schon das erste San Pedro Ritual.
Wir versammelten uns in einer Art Haus, welches jedoch zweiseitig offen war, sodass im Innenraum ein Feuer gemacht werden konnte und der Rauch hinausziehen konnte.
An dieser Stelle möchte ich aber anmerken, dass ein offenes Feuer in einem Raum, trotz offene „Fenster“, eine rußige Angelegenheit ist.
Einige Tage noch nach der Zeit bei Marco merkte ich den Belag auf meiner Lunge ^^. Nichts desto trotz trug dieser rituelle Rahmen eine starke Magie in sich.
Das Feuer war ein Schlüsselelement im Ritual, welches immer wieder ins Zentrum gerückt ist. Zu Beginn wurde mit den brennenden Hölzern eine Art Kreuz gelegt,
welches die 4 Himmelsrichtungen darstellen sollte. Nach einigen spanischen Danksagungen und Räucherungen des heiligen Gebräus (eingekochter San Pedro Sud) mit einem Fächer aus riesigen Condorfedern, gab uns der Schamane einzeln unsere Ration des Trunkes.

Ich muss sagen der Abgang ist schon recht bitter, jedoch im Vergleich zu Aya wirklich zu genießen.

Die Nacht brach langsam aber sicher ein und auch der San Pedro machte sich bemerkbar. Der Raum erhellte sich immer mehr und ich vernahm eine Euphorie und Energie, die für mich zu diesem Zeitpunkt stark LSD erinnerte. So verbrachten wir die ganze Nacht mit rituellen Gesang und Danksagungen an die 4 Elemente und der 4 Himmelsrichtungen. Ich kann nun auch nicht mehr viele Details zusammen tragen, denn einerseits, war die ganze Zeremonie größtenteils auf Spanisch und wurde von unserer Anleitung nur teilweise übersetzt und andererseits war ich das erste Mal, drauf, auf einem anderen Kontinent in einem völlig fremden Setting und es ist sicher einiges an mir vorbei gegangen. ^^
In der zweiten Nacht nahm ich dann auch zwei Portionen, was eine enorme Verlängerung des Trips bewirkte, denn ich saß morgens zur gleichen Zeit am Frühstückstisch und mir war so gar nicht nach essen.
Insgesamt nahm ich die Rituale, sowie auch die Wirkung des San Pedros als sehr männlich geprägt wahr. Es kann natürlich auch an Don Marco gelegen haben,
der in einer hohen Frequenz Mapacho Zigaretten gequalmt hat und hin und wieder mit seiner verrauchten Stimme eine erheiternde Rede von sich gab.
Nach der zweiten Nacht griff sich Marco bei Sonnenaufgang ein weißes billiges Campingradio und animierte uns alle mit aus der Hütte zu treten. Dort begann er zu schrebligem Radiosound nach Salsa Musik zu tanzen. Nach anfänglicher Irritation stiegen wir dann mit ein und es ergab sich eine heitere Atmosphäre. ^^
Also Marco, war ein recht verspielter Schamane und konnte auch neben ernsten und demütigen Ansprachen kindlichen Leichtsinn versprühen.

Ja am Ende der Reise dann, kamen wir zur Finca von Marco zurück auf einen Tee und der Schamane hatte für jeden von uns eine kleine Überraschung. Wir durften uns in seinem Garten ein Exemplar des heiligen Kaktus auswählen und anschließend mit in unsere Heimatländer nehmen.

Dieser wächst nun schon seit knapp 5 Jahren hier bei mir und entwickelt, nach einigen anfänglichen Fehlern als Leihe, prächtig. (wusste z.B. vorher nicht, dass ein Kaktus einen Sonnenbrand bekommen kann)

Die Mutterpflanze ist nun ca. 180 cm lang und umfasst an den dicksten Stellen einen Durchmesser von ca. 11-12 cm.
Der Pachanoi besitzt eine hellgrüne Färbung, welche charakteristisch für ecuadorianische Genetik ist.
Hervorzuheben sind auch die deutlichen Kerben und das zügige Wachstum bei guten Bedingungen.
Augenscheinlich würde ich aus damaliger Sicht sagen, dass alle Pachanois auf Don Marcos Gelände dieselbe Genetik war.

Zum Abschluss möchte ich euch noch einige Fotos aus Ecuador anhängen und hoffe ihr konntet einen kleinen Einblick in dieses faszinierende Land und seinen Gewächsen erhalten :bye:
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froggell
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Re: Vorstellung einer Schamanenpflanze

Beitrag von froggell » 12. Jun 2021, 20:53

Weitere Bilder
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Re: Vorstellung einer Schamanenpflanze

Beitrag von froggell » 12. Jun 2021, 21:08

Ich hoffe ich konnte euch ein bisschen inspirieren. Ich für meinen Teil bekomme immer wieder ein warmes Gefühl wenn ich die Bilder sehe.

Achja und hätte die Bilder gerne anders sortiert, aber konnte diese nicht verschieben.

:78:
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m.speciosa
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Re: Vorstellung einer Schamanenpflanze

Beitrag von m.speciosa » 20. Jun 2021, 21:09

Mega!
Danke fur die Vorstellung.
Der don marco sieht top aus!!
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Zebra
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Re: Vorstellung einer Schamanenpflanze

Beitrag von Zebra » 21. Jun 2021, 12:02

Achja und hätte die Bilder gerne anders sortiert, aber konnte diese nicht verschieben.
Wie meinst du das?
Versuch es das nächste mal nach dem Hochladen mit dem Button "Im Beitrag anzeigen".
Dann werden die Bilder im attachment-tag angezeigt, dann kann man dann die Reihenfolge z.b. mittels copy&paste so ordnen wie man will. ;-)

Btw, sehr inspirierendes Bild-Material und sehr gelungene Vorstellung :respect:
Da bekommt man Fernweh, gerne mehr davon :D
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Re: Vorstellung einer Schamanenpflanze

Beitrag von froggell » 21. Jun 2021, 22:48

Zebra hat geschrieben:
21. Jun 2021, 12:02
Achja und hätte die Bilder gerne anders sortiert, aber konnte diese nicht verschieben.
Wie meinst du das?
Versuch es das nächste mal nach dem Hochladen mit dem Button "Im Beitrag anzeigen".
Dann werden die Bilder im attachment-tag angezeigt, dann kann man dann die Reihenfolge z.b. mittels copy&paste so ordnen wie man will. ;-)

Btw, sehr inspirierendes Bild-Material und sehr gelungene Vorstellung :respect:
Da bekommt man Fernweh, gerne mehr davon :D
Ja, also ich wollte eigentlich eine andere Reihenfolge und besser noch die jeweiligen Bilder zum passenden Text zu ordnen. Könnte sein, das der Button "im Beitrag anzeigen" diese Problematik lösen könnte.

Und zum Fernweh, ja du sprichst mir aus der Seele
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chronic
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Re: Vorstellung einer Schamanenpflanze

Beitrag von chronic » 1. Jul 2021, 21:11

Schöner Thread mir schönen Bildern. :good:

Don Marco durfte ich mittlerweile als Pflanze kennen lernen. Ein außergewöhnlicher pachanoi bei dem ich überzeugt bin das er zukünftig einem größeren Personenkreis bekannt werden wird.

Danke froggell für's daran teilhaben lassen. :Hände Klatschen:
Ge'ez ጫት

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Re: Vorstellung einer Schamanenpflanze

Beitrag von froggell » 4. Jul 2021, 08:52

chronic hat geschrieben:
1. Jul 2021, 21:11

Danke froggell für's daran teilhaben lassen. :Hände Klatschen:
:78:

Danke für alle Tipps und den netten Austausch
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Re: Vorstellung einer Schamanenpflanze

Beitrag von Psychotris » 5. Jul 2021, 08:41

Mega cool das du deine Erlebnisse geteilt hast, ganz besonders die tollen Bilder :w00t:

Sowas in die Richtung will ich auch gerne einmal im Leben machen :wub:
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tsorp
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Re: Vorstellung einer Schamanenpflanze

Beitrag von tsorp » 8. Jul 2021, 08:24

danke für die schönen bilder :D
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