Natürliche Opioide Substanzen und Phytoopioide

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chronic
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Natürliche Opioide Substanzen und Phytoopioide

Beitragvon chronic » 31. Mär 2015, 21:46

Ist von Opioiden die Rede denken die meisten von uns an die bekannten chemische Verbindungen die aus der modernen Medizin neben den klassischen Opiaten nicht mehr wegzudenken sind. Einige dieser neueren Verbindungen wie die Fentanyle, Piritramid und Pethidin sind Klassiker der Anästhesie. Mittelpotente Wirkstoffe wie Tilidin und Tramadol fanden aus der medizinischen Anwendung heraus, zumindest zeitweise ihren Weg in subkulturelle Kreise. Doch nicht nur diese Stoffe docken an die bekannten Opioid Rezeptoren in unserem Körper an, sondern auch viele natürliche, die zumindest wenn sie pflanzlichen Ursprungs sind, deutlich sicherer im Umgang und teils besser verträglich bezüglich des Abhängigkeitspotential sind als auf chemischen Wege hergestellte. Um diese Phyto- Opioide geht es in dieser kleinen Vorstellung im wesentlichen.

Vor einiger Zeit machte die Nachricht die Runde, dass das synthetische Opioid Tramadol in einer traditionellen Heilpflanze, als natürlicher Stoff in der Wurzelrinde von Bäumen der Gattung der Nauclea latifolia vorkommt. Und das in sogar in recht hohen Mengen.
Leider war dies eine voreilige Nachricht wie deutsche Forscher herausfanden. Es ist richtig, dass hohe Konzentrationen des Tramadol in der Wurzelrinde gefunden wurden, allerdings produzierte es der Baum nicht selber, sondern reicherte das Opioid als Folge eines Off-Label-Gebrauch des Schmerzmittels bei Rindern an, der zu einer Verseuchung von Boden und Wasser führte.



Eine weitere Aufsehen erregende Beobachtung gelang Forschern im Jahr 2005 als man im Nektar der einheimischen Breitblättrigen Stendelwurz (Epipactis helleborine) Oxycodon fand. Oxycodon war ein bis dahin aus Thebain künstlich hergestelltes Pharmazeutikum. Der Fund in einem lebenden Organismus stellte eine Sensation dar. In der Pflanze hat es wohl neben vielen anderen Verbindungen die Aufgabe Insekten anzulocken. Leider sind die produzierten Mengen so niedrig das sie für eine eventuelle menschliche Nutzung uninteressant sind.



Zwei weitere Opioide Substanzen sind im Zuge der Kambo Anwendung bei Ayahuasca Ritualen einem eingeweihten Publikum bekannter geworden. Namentlich das Deltorphin und das Dermorphin.
Deltorphin und Dermorphin, sind zu den Deltorphinen zählende opiatähnliche Peptide, gewonnen aus Methanol Extrakten, der Haut Sekretion verschiedener Phyllomedusa Arten. Aminosäure Peptide wurden bisher nur in Bakterien, Amphibien und Mollusken gefunden und nicht in Menschen oder anderen Säugetieren.
Die deutsche Bezeichnung der Tierfamilie der Phyllomedusa ist Maki Frösche. Zu finden sind sie als Baumbewohnende Arten in Mittel- und Südamerika. Ihr bekanntester Vertreter, Phyllomedusa bicolor, die Art die den höchsten Gehalt an bioaktiven Stoffen aufweist, hat vereinzelt den Weg in die Terrarien von Liebhabern gefunden.
Deltorphin, auch Deltorphin A oder Dermenkephalin genannt, ist ein sehr potenter Agonist des δ-Opioid-Rezeptor. Leider gibt es zu der Substanz kaum Informationen, so dass hier primär das Dermorphin vorgestellt wird.
Dermorphin wurde primär aus der Haut von Phyllomedusa sauvagai und Phyllomedusa rhodai isoliert. Die Substanz ist 30- 40 mal stärker als Morphin und bindet als Agonist mit hoher Wirksamkeit und Selektivität am Mu Opioid-Rezeptor. Laut einer Information in Spektrum der Wissenschaft‎ (http://www.spektrum.de/lexikon/biochemi ... rphin/1588) konnte mit Dermorphin eine nahezu tausendfach stärkere analgetische Wirkung als mit Morphin erzielt werden.
0,5mg entsprechen 15-20mg Morphin, wobei nach subkulturellen Quellen die Wirkung oral genommen 30-60fach und i.v. 200-300fach hoch sein soll. Vorsicht ist in jedem Fall angebracht.
Die Substanz wurde angeblich aufgrund ihrer schmerzstillenden Wirkung illegal als leistungssteigernde Droge bei Pferderennen verwendet. Die so behandelten Pferde sollen härter gelaufen sein als nicht „präparierte“.
Dermorphin ist zu variierend horrenden Preisen je nach Anbieter von €95.00 für 5 mg bis zu über 500 Euro das Gramm im Internet frei erhältlich. Damit ist es neben der rein auf chemischen Weg produzierten Research Chemikalie AH-7921 die potenteste frei erhältliche Opioide Substanz. Doch in Anbetracht der hohen Potenz sollte man von solchen lebensgefährlichen Molekülen besser die Finger lassen. Wir haben es mit Dermorphin zudem mit einer Substanz zu tun deren Grundbaustein aus einem Eiweiß besteht. Niemand kann im Vorfeld sagen wie der einzelne Organismus auf ein ihm fremdes Protein reagiert. Stichwort anaphylaktischer Schock.
Ein weiterer Punkt der gegen die Substanz spricht ist die Gewinnung aus Froschhaut. Ob es mittlerweile möglich ist sie alternativ rein aus gängigen Chemikalien zu gewinnen entzieht sich meiner Kenntnis. Fazit: Man sollte besser die Finger davon lassen.

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Dermorphin



In vielen Salbei Arten wurden Verbindungen gefunden denen eine schmerzstillende Wirkung nachgesagt wird. Vielfach sind die Wirkmechanismen bzw. ob sie an den Opioid- Rezeptoren andocken unbekannt.
Gesichert und nicht vergessen sollte man in diesem Zusammenhang, dass Salvinorine, die Inhaltsstoffe des „Zaubersalbeis“ Salvia divinorum am κ-Opioid-Rezeptor (Kappa) andocken. Von am Kappa- Rezeptor andockenden Substanzen ist bekannt, dass sie halluzinogen, bisweilen Dissoziativ wirken können. Interessant das es sich bei Salvinorin A und seinen Derivaten nicht um Alkaloide, sondern um Triterpene (Squalenoide) handelt.
Wenig bekannt ist die Tatsache das Salvia d. eine Schmerz unterdrückende Komponente hat. Einzelne Berichte aus dem Internet bestätigen, dass die Blätter zum Zweck der Schmerzfreiwerdung angewendet wurden.

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Salvinorin A



Incarvillea sinensis ist ein in Zentralasien bis China beheimateter Vertreter aus der Familie der Gloxinien. Traditionell wurden viele Incarvillea- Arten in der chinesischen, mongolischen und tibetischen Medizin vor allem als Analgetikum genutzt. Im Fall von Incarvillea sinensis wurde dafür die ganze getrocknete Pflanze zur Linderung von Rheuma und Schmerzen eingesetzt. Moderne Untersuchungen fanden ein Terpen Alkaloid namens Incarvillatein das einen 1,06- 1,33 mal höheren analgetischen Index (ED50) als Morphin auf weißt.
Verantwortlich für seine analgetische Eigenschaften ist eine Agonistische Wirkung auf die Mu- und
Kappa -Rezeptoren und eine antagonistische an den Adenosin-Rezeptoren. Neben der analgetischen sei noch die starke entzündungshemmende Wirkung genannt.
Das Kraut selber ist in Dosierungen von 2-15g wirksam. Ähnlich wie bei Kratom soll das Anfluten bis zu einer Stunde dauern und je nach Menge und Zubereitungsart 5- 8 Stunden anhalten.
Zwei weitere Arten seien in diesem Zusammenhang noch genannt. Incarvillea delavayi die das analgetische Monoterpen-Alkaloide Delavayin A enthält und Incarvillea arguta, die Himalaya Gloxinie, die bakteriostatische, sowie antiphlogistische Eigenschaften besitzt und das beruhigende Arguton enthält.
Alle drei vorgestellten Arten lassen sich entweder als Knollen, Pflanzen oder Samen im Pflanzenhandel beziehen.

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Incarvillatein


Kommen wir nun langsam zu einer in der westlichen Welt bis vor wenigen Jahrzehnten völlig unbekannten Substanzklasse Indol haltiger Pflanzen und Verbindungen die eine Schmerz lindernde Wirkung an den Opioid Rezeptoren entfalten. Der eigentliche korrekte Name dieser Stoffklasse lautet Terpenoide Indol Alkaloide.
Bekanntestes Beispiel dieser interessanten Stoffklasse ist Kratom. Kratom (Mitragyna speciosa), volkstümlich auch Biak, Biak-Biak, Mambog u.a. genannt, ist eine aus Süd- Ost- Asien bis Neuguinea (Malesien) stammende Pflanze die verschiedene Alkaloide enthält deren wichtigste das Mitragynin und 7-Hydroxymitragynine mit Opioiden Effekten sind. 7-Hydroxymitragynine und Mitragynin sind strukturell mit Yohimbin und anderen Tryptaminen, so also auch letztendlich mit LSD und Psilocibin verwand. Anders als diese entfalten sie ihre Wirkung an den drei großen Opioid-Rezeptoren: Kappa, Delta und Mu. Wobei 7-hydroxymitragynine bevorzugt an den Mu- Rezeptor bindet der für die angenehme Wirkung der Opiate, Analgesie und physische Abhängigkeit verantwortlich ist.
Obwohl Kratom schon seit langer Zeit in seinen Herkunftsländern gebraucht wird und seiner sprunghaften Verbreitung in der westlichen Welt, gibt es kaum Studien zum Gebrauch und seinen Inhaltsstoffen.
Mitragynin ist das am häufigsten vorkommende Alkaloid in Mitragyna speciosa. Das getrocknete Kratom Blatt enthält etwa 1-6% Mitragynin. Eine normale Konsumeinheit enthält ungefähr 15 mg bis 65 mg von dem Wirkstoff.
Aus Mitragynin synthetisierte ein japanisches Forschungslabor ein neues Schmerzmittel mit der Bezeichnung MGM-9. Oral eingenommenes MGM-9 zeigt einen 7 bis 22mal stärkeren die Schmerz Weiterleitung unterdrückenden Effekt (Antinozizeptiv) als Morphin mit deutlich weniger Nebenwirkungen.
Noch potenter als Mitragynin ist 7-Hydroxymitragynin das 17-fach stärker als Morphin ist. Es zeichnet sich hauptsächlich für die Wirkung verantwortlich.
Kratom selber stimuliert in niedrigen Dosen. Höhere Gaben wirken schmerzlindernd, Husten dämpfend, gegen Durchfälle, euphorisierend und zeigen eine Psychoaktivität ähnlich dem Opium.
Ein bemerkenswerter Unterschied im Gegensatz zu traditionellen Opioiden ist, dass bei Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin die Atemdepressive Wirkung nicht sonderlich ausgeprägt ist.
Weitere interessante nicht psychoaktive Verbindungen werden wissenschaftlich untersucht. So das Epicatechin, eine Chemikalie die u.a. in Zartbitterschokolade, grünen Tee und Cranberry-Saft gefunden wird. Epicatechin kann das Krebsrisiko durch seine sehr starke antioxidative Wirkung senken, hilft die Arterien frei zu halten, ist wirksam bei Harnwegsinfektionen, da es das Wachstum von Bakterien hemmt und ist von Vorteil für Diabetiker.
Näher an Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin ist Mitraphyllin, dass sich auch nicht grade wenig in der Rinde der Uncaria tomentosa (Katzenkralle) findet.
Mitraphyllin hat Zellwachstum hemmende und Zytotoxische Eigenschaften was die Substanz für die Onkologie , also für die Chemotherapie bei Krebs interessant macht.

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Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin



Picralima nitida (Akuamma)
Picralima nitida, ein Hundsgiftgewächs, wächst strauchig bis Baumartig entlang der Westküste Afrikas bis nach Angola und kann eine Höhe von bis zu 35 Meter erreichen. Die Pflanze enthält Alkaloide der Indolklasse, von denen mehr als zehn bereits bestimmt werden konnten. Dazu gehören Akuammine, Akuammidine, Akuammicine, Akuammigine und Pseudoakuammigine. Traditionell werden Auskochungen von Wurzeln und Rinde, aber auch Früchte und Samen gegen eine Vielzahl von Krankheiten eingesetzt. So beispielsweise bei Fieber, Bluthochdruck, Gelbsucht, Tripper, Durchfall, Malaria, Darmwürmern, der Schlafkrankheit, Schmerzen und mehr.
Neben den erwähnten Alkaloiden wurden aus den Wurzeln drei zu den Flavonoiden gehörende Coumestane isoliert die in klinischen Tests eine antibakterielle Wirkung gegen Escherichia coli, Staphylococcus aureus und Proteus vulgaris zeigten. Scheinbar ist P. nitida ein pharmakologisches Füllhorn was die Entwicklung potentieller neuer Medikamente angeht.
Heraus zu stellen ist bei all den Alkaloiden im besonderen eine starke Wirkung gegen Plasmodien den Erregern der Malaria und vor allem ihre analgetischen Eigenschaften.
Ein innovatives ghanaisches Krankenhaus erkannte das Potential der traditionell genutzten Pflanze und begann mit der Herstellung standardisierter 250 mg Kapseln, gefüllt mit pulverförmigen
P. nitida Samen. Heute werden diese Kapseln im ganzen Land unter dem Namen „Picap“ verkauft, wo sie weithin als ein sicheres und effektives Schmerzmittel akzeptiert sind.
Das Alkaloid Gemisch der Samen hat Fieber senkende, entzündungshemmende sowie Schmerz lindernde Eigenschaften.
Akuammine ist das wichtigste in den Samen gefundene Alkaloid und kommt im getrockneten Samenpulver zu zirka 0,56% vor, was in etwa 1,4 mg Akuammine entspricht. Weitere nennenswerte sind 0,085 mg Akuammidine und 0,015 mg ψ-Akuammigine.
Pericine ein weiteres in den Samen enthaltenes Alkaloid stellte sich in Tests als 6X potenter als Codein heraus. Jedoch hat dieses Molekül das Potential für Krampfanfälle. Im Samen ist es allerdings in verschwindend geringer Konzentration enthalten.
Der gesamt Gehalt an Alkaloiden im Samen liegt bei 3,5 bis 4,8%.
Ein Samen wiegt im Durchschnitt 0,8- 0,9 g was in etwa drei ghanaischen Kapseln entspricht.
Die Wirkung von 250- 300 mg hält in der Regel zwischen 2,5- 3 Stunden an, mit eindeutig opioider Komponente.
Interessant ist das Aussehen gemahlener Samen das eine gewisse Ähnlichkeit mit braunem Heroin oder zerkleinerten alten trockenen Opium hat. Selbst der Geschmack erinnert daran, ist jedoch deutlich bitterer.
Akuammine ist strukturell sowohl mit Yohimbin und Mitragynin verwand. Für die analgetische Wirkung ist das Andocken an den Mu-Rezeptor verantwortlich.
Im ethnobotanischen Handel werden hier und da getrocknete Samen angeboten. Leider sind diese zur weiter Vermehrung nicht gut geeignet. Hat man dagegen Glück an frische Samen heran zu kommen keimen diese bei einer Temperatur von 23- 28°C innerhalb von vier Monaten.

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Akuammine



Als wahres Füllhorn in Bezug auf Indol basierte Opioide hat sich in den letzten Jahren die Gattung der Brechsträucher, besser bekannt als Psychotria, gezeigt.
Die Gattung Psychotria ist eine der größten Gattungen der Blütenpflanzen und die größte innerhalb der Rubiaceae, mit geschätzten 1000 bis 1650 weltweit verbreiteten Arten .
In vielen Psychotria Arten wurden für den Menschen interessante Alkaloide gefunden die medizinisch wie auch shamanistisch genutzt werden. Ethnobotanisch angehauchte Zeitgenossen denken wohl zuerst an Psychotria viridis als halluzinogene Zutat zu Ayahuasca.
Interessanter Weise hat man in weiteren Arten der Gattung psychoaktive Tryptamine Verbindungen gefunden die zu den Opioiden gezählt werden und vor allem im Amazonasgebiet aber auch anderen tropischen Gebieten von der einheimischen Bevölkerung seit ewigen Zeiten Verwendung finden.
Diese Alkaloide können als Vorlage für die Entwicklung neuer analgetischer Verbindungen angesehen werden. Allen voran sei hier Psychotria colorata erwähnt , eine Art, die in wissenschaftlichen Kreisen für einiges an Interesse gesorgt hat. Extrakte aus den Blättern, Blüten, Früchten und Wurzeln von P. colorata werden traditionell als Analgetikum von der indigenen Bevölkerung des Amazonasbecken wie auch der Caboclos (indianisch, weiße Mischbevölkerung) verwendet. Vornehmlich zur Behandlung von Ohren- und Bauchschmerzen. Der gemeinsame portugiesische Name ist Perpétua do Mato.
Interessant die Alkaloid Verteilung in der Pflanze. In den Blüten wurde eine vierfach höhere Alkaloid Konzentration gefunden als in den Blättern. Die analgetische Wirkung wurde an Tieren untersucht und erwies sich als reversibel durch Naloxon, einem Opioid-Antagonist, was auf eine Mu-Opioid-Rezeptor Wirkung hinweist. Vereinfacht gesagt, es enthält ein mäßig potentes Opioid. Und dessen nicht nur eins. Gefunden wurden Hodgkinsin und Psychotridine zwei verhältnismäßig neue Verbindungen. Neben der analgetischen Wirkung besitzt Hodgkinsin antivirale, antibakterielle und fungizide Eigenschaften. Nicht nur das, Hodgkinsin ist eines der stärksten antimikrobiellen Alkaloide.
Interessanter weise finden sich ähnliche Eigenschaften bei einigen Indol basierten Opioiden Alkaloiden wie wir auch schon bei Picralima nitida gesehen haben. Zudem ist es das am längsten in colorata wirkende Alkaloid, da Psychotridine eine sehr kurze Halbwertszeit hat und nach 40 bis 60 Minuten keine signifikanten Effekte mehr zeigt.
Hervor zu heben ist der rasche Wirkungseintritt bei der Einnahme von P. colorata Blättern. Nach 5- 10 Minuten sind erste Anzeichen zu verspüren. Jemand der unvorbereitet erstmalig eine größere Dosis genommen hat kann da schon mal panisch reagieren. Ein 10cm langes Blatt reicht für daran gewohnte als leichte Dosis aus. Große Blätter können eine Länge von 20- 25cm bei einer Breite von über 10cm haben.

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Hodgkinsine links und Psychotridine rechts

Weitere Psychotria Arten mit interessanten analgetischen Verbindungen.
Psychotria brachypoda
Ist eine weitere Art aus dem Amazonas Gebiet mit traditioneller Anwendung. Ein Wasser Mazerat aus zerstoßende Blätter wurde neben der analgetischen Anwendung von manchen Kolumbianischen Indigenen als Augentropfen verwendet, um einen "klareren Blick" bei der Jagd zu bekommen.
Untersuchungen von Blatt Ethanol-Extrakten zeigten das die Art reich an analgetischen Alkaloiden ist, deren Wirkung sich durch Naloxon umkehren lässt. Diese Reaktion auf Naloxon lässt auf eine Opioide Wirkung schließen. Die in besagten Extrakten gefundenen Stoffe sind aktiv ab 350mg, was einer Dosis von 6mg Morphin entspricht.

Psychotria forsteriana
Psychotria forsteriana stammt aus Neukaledonien und Vanuatu. Verantwortlich für die pharmakologische Aktivität sind Poly-indolalkaloide des Psychotridine Typus

Psychotria griffithii
Neben antidiabetischen und entzündungshemmenden Eigenschaften besitzt Psychotria griffithii eine analgetische. Das dafür zuständige Alkaloid wurde noch nicht gefunden.
Beheimatet ist diese Psychotria Art im Malayischen Raum.

Psychotria umbellata
Die in den brasilianischen Küstenwäldern gefundene P. umbelatta produziert Umbellatin, ein zu den Indol Alkaloiden zählendes Analgetikum das in der ganzen Pflanze verteilt vorliegt, mit höchsten Konzentrationen in der Stammrinde und in der Wurzel.
Umbellatine hat eine dosisabhängige (100-300 mg / kg), schmerzstillende Wirkung, die sich teilweise durch Naloxon umgekehren läßt.
Ein weiteres Anwendungsgebiet ist der Einsatz von Umbellatin bei bakteriellen Durchfällen.
Ein weiteres in der Pflanze enthaltenes Indol ist Psychollatine, mit angstlösender und antidepressiver Wirkung. Vergleichbar mit dem trizyklischen Antidepressivum Imipramin.
Interessant ist das indische Forscher in Berberis insignis ebenfalls Umbellatin fanden.

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Umbellatine

Hodkinsonia frutescens
Ein weiteres Mitglied aus der Familie der Rubiaceae ist die im Nord Australischen Queensland beheimatete Hodkinsonia frutescens. Die Gattung war Namensgebend für das Alkaloid Hodgkinsin.
Der Alkaloid Gehalt aus Wildsammlungen soll bis zu 60 Gramm in 10 Kilo Blätter betragen, was verhältnismäßig viel ist.

Tabernaemontana divaricata
In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), dem Ayurveda und der Thai-Medizin wird seit alters her die die Rinde der Schmetterlingsgardenie (Tabernaemontana divaricata) gegen Fieber und Schmerzen verwendet. Lange Zeit konnte man, vermutlich wegen der geringen Menge, keine Wirkung nachweisen. In neuerer Zeit hat man die nur in homöopathischen Dosen vorhandene Wirksubstanz namens Conolidin nicht nur nachweisen, sondern sogar künstlich nachbauen können.
Morphium und seinen verwandten Opiaten nicht unähnlich ist die Wirkung von Conolidin jedoch anders. Wie auch andere, hier vorgestellte, auf einem Indol Gerüst aufbauende Substanzen, könnte Conolidin frei von unerwünschten Nebenwirkungen wie Atembeschwerden, Sucht und Übelkeit sein.
Über welchen Weg Conolidin letztendlich im Körper wirkt versucht die Forschung aktuell noch heraus zu finden. Sollte dies gelingen wäre der Weg für bessere Schmerzmedikamente frei. Gleiches gilt für einige der hier vorgestellten Substanzen.
In unseren Breiten findet sich die Art wegen ihrer außergewöhnlichen Blüten zuweilen als nicht frostharte Kübelpflanze.

Eine kleine Zusammenfassung Indol basierter Opioid wirkender Pflanzen und ihrer Inhaltsstoffe:
Berberis insignis (enthält Umbellatin, ein Indol Alkaloid mit analgetischen Eigenschaften)
Hodkinsonia frutescens (Hodgkinsin)
Mitragyna speciosa syn. Kratom, Mambok u.a. (Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin)
Picralima nitida (Akuammine, Pericine)
Psychotria colorata (Hodgkinsin und Psychotridin),
Psychotria beccaroides (Psychotridin),
Psychotria brachypoda (Inhaltsstoffe sind analgetische Alkaloide vom Indol Typ),
Psychotria forsteriana (Poly-indolalkaloide vom Psychotridine Typus, dass Hauptalkaloid ist Psychotridin)
Psychotria griffithii (Ein Schmerzkiller aus Süd Ost Asien. Aktive(s) Alkaloidt?)
Psychotria lyciiflora (Hodgkinsin und andere)
Psychotria milnei Syn. Calycodendron milnei (Hodgkinsin A)
Psychotria oleoides (Hodgkinsin und Psychotridin)
Psychotria umbellata (Umbellatin)
Tabernaemontana divaricata (Conolidin)

Der Wirkstoff steht in Klammern. Alle vorgestellten Verbindungen sind Indolverbindungen, ähnlich dem Mitragynin Typ wie er sich in Kratom findet. Strukturell sind sie zudem LSD und Psilocin, Psilocybin nahe stehend mit Bindung an die Opioid Rezeptoren . Viele dieser Pflanzen werden von den Einheimischen in ihren Heimatländern in der traditionellen Medizin verwendet. Nicht alle vorgestellten Arten lassen sich ohne weiteres gegen Schmerzen verwenden. Nicht nur das der gewünschte Alkaloid Spiegel zu niedrig sein kann, so enthalten Psychotria beccaroides und Psychotria oleoides Emetin eine Erbrechen auslösende Substanz, oder ähnliche Verbindungen die kumulativ toxisch bis hin zum Tod führen können.
Was die potentielle Heimkultur der vorgestellten Arten angeht kann man sagen, dass fast alle Arten Psychotria sich selbst für Pflanzen unerfahrene Menschen relativ leicht Zuhause kultivieren lassen.



Sicher gibt es noch weitere natürliche Verbindungen die in Pflanzen, Amphibien oder sogar in Meeresorganismen gefunden werden.
So wird Ziconotid eine ursprünglich aus dem Gift der Kegelschnecke Conus magus isolierte Substanz synthetisch hergestellt und als Arzneistoff zur Behandlung schwerer chronischer Schmerzen unter dem Handelsnamen Prialt® verwendet.
Aus dem gewonnen Sekret des Dreistreifen-Baumsteiger wurde eine neue Art von Schmerzmittel entwickelt, dass 200 Mal stärker als Morphin ist, aber nicht dessen Nebenwirkungen hat. Weitere potentielle Anwendungsgebiete wären als Herz-Medikamenten oder Muskel-Entkrampfungsmittel.
Bis es dazu kommt muss allerdings noch viel Forschung betrieben werden, um mögliche Nebenwirkungen und die Toxizität der einzelnen Stoffe genau abwägen zu können.
Pflanzen bilden wohl das größte Reservoir potentiell medizinischer wie auch schmerzlindernder Substanzen von denen vermutlich viele eine Opioid analgetische Wirkung haben. Selbst in solch unscheinbaren Pflanzen wie dem Kaffee Strauch haben vor nicht allzu langer Zeit brasilianische Forscher der Universität von Brasilia (UNB) in Zusammenarbeit mit der Genetik und Biotechnologie-Sparte des staatlichen Landwirtschaft und Viehzucht Forschungsunternehmen Embrapa, Protein- Peptide gefunden, mit beruhigender und ähnlicher Wirkung wie Morphin. Für sieben dieser "Opioid Peptide“ wurde von den beteiligten Instituten Patente bei der brasilianischen Regierung angemeldet. Embrapa glaubt ihre Entdeckung hat großes biotechnologisches Potenzial für Menschen und könnte helfen, Stress bei Tieren in Schlachthöfen zu minimieren.
Was in den nächsten Jahren auf uns zu kommt darüber kann man nur spekulieren. Sicher wird von der Wissenschaft aus den rund um den Globus vertretenden Volksmedizinen und Wildfunden so manche Pflanze ihr Geheimnis früher oder später Preis geben. Welche letztendliche Substanz den Sprung in die westliche Medizin schafft bleibt abzuwarten. Spannend ist es allemal.

Was den hedonistischen Gebrauch der vorgestellten Pflanzen und Substanzen angeht möchte ich zum Schluss an dieser Stelle eine eindringliche Warnung aussprechen. Obwohl von Menschen in den Herkunftsländern gebraucht ist es ein Risiko fremde psychoaktive Stoffe leichtfertig einzunehmen. Über die letztendlichen Begleitstoffe in den Pflanzen und den Folgen eines fort gesetzten Gebrauchs ist so gut wie nichts bekannt. Allergische Reaktionen bis hin zu Vergiftungen sind nicht auszuschließen. Pflanzenteile egal in welcher Form aus den Herkunftsländern bergen zusätzlich die Gefahr mit Pestiziden verunreinigt zu sein. Selbst die medizinische Verwendung von einem Mittel wie Picap, was in Ghana gegen Alltagsbeschwerden frei erhältlich ist lässt sich nicht mit moderner Medizin vergleichen. Es ist vor Ort lediglich eine preisliche Alternative zu den, für die Bevölkerung oft nicht erschwinglichen westlichen Medikamente.
Für diejenigen die trotzdem die Finger nicht davon lassen können sei angeraten mit kleinen Mengen zu beginnen um eventuelle unerwünschte Reaktionen abzumildern. Dass man solche Stoffe nicht täglich konsumieren sollte versteht sich von selbst.
Auf Substanzen wie Dermorphin sollte der Gesundheit willen komplett verzichtet werden.

Ich hoffe, dass ich mit meiner kleinen Vorstellung den Blick auf einige teils unbekannte wirklich interessante Pflanzen mit Potential lenken konnte. Vielleicht stellt man irgendwann fest, dass das eine oder andere der vorgestellten Gewächse dem Menschen in den so genannten entwickelten Ländern ebenfalls helfen kann. Möglicherweise sogar als Alternative zu chemischen hergestellten Mitteln die mitunter auch heftige Nebenwirkungen haben können.
Warten wir’s ab.
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kleinerkiffer84
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Re: Natürliche Opioide Substanzen

Beitragvon kleinerkiffer84 » 31. Mär 2015, 22:32

Vielen Dank an chronic für diesen wertvollen Text :good: :Hände Klatschen: :78:
Opiate sind eines der wunderbarsten Geschenke der Natur. :wub:
Dementsprechend habe ich in letzter Zeit auch einige Selbstversuche mit neuartigen, opiathältigen Pflanzen durchgeführt, bei denen ich sowohl den psychoaktiven als auch den medizinischen Teil der Wirkung kennen lernen durfte.
Ich werde nun einige Erfahrungsberichte von Akuamma und Psychotria colorata die ich in den vergangenen Wochen verfasst hatte, anfügen.

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Erster Versuch mit Akuamma:
Set und Setting:
Relativ positive Grundstimmung, da Freitag Abend ist und ich mich nach einer getanen Arbeitswoche auf den nun
folgenden Opiatrausch freue. Freitag Abend ist immer der emotionale Höhepunkt.
Setting ist zuhause, vor dem Laptop, wo ich, wenn ich auf Opiate bin, die ganze Nacht meine Lieblingsserie laufen habe.
Ausgesetzt in der Wildnis und Survival Man.
Opiate können sich am besten entfalten wenn man sie alleine, vor der Glotze nimmt und sich treiben lässt.

Weitere Ausgangsparamter:
Der Magen ist leer um optimale Aufnahme zu gewährleisten, dass ist wichtig bei oralem Konsum.
Die letzte Mahlzeit erfolgte um 16:00 ist jetzt also 8 Stunden her. Aktuelles Gewicht 115kg.
Ich war am Abend noch trainieren, denn ausgepowert ist der Körper etwas empfänglicher auf viele psychoaktive Substanzen.
Derzeit besteht eine mittlere Opiattoleranz, der letzte Konsum ist exakt 1 Woche her (Mohnplörre), ob diesbezüglich
eine Kreuztoleranz zu Akuamma besteht, kann ich aktuell nicht mit Sicherheit sagen.
Ich habe ansonsten den ganzen Tag noch keine psychoaktiven Substanzen eingenommen.
Nun bin ich innerlich richtig zur Ruhe gekommen, gedanklich frei und werde mir Respekt die neue Substanz antesten.

00:45
Die Vorbereitungen zur Einnahme haben sich als deutlich aufwändiger erwiesen als geplant.
Die Samen sind steinhart. Mit einem Messer schabte ich mir nach Augenmaß ein Drittel eines Samens runter, zu einem feinen Material.
Dabei fällt mir ein bezaubernder Duft auf, bitter-scharf, wie Opium.
In Zukunft werde ich eine Feile oder Schleifpapier verwenden um die gewünschte Dosis abzuschleifen.

00:50
Das Material ist im Mund. Ich mag diesen herrlich bitter-scharfen Opiumgeschmack, der alleine dadurch schon fast einen
Placeboeffekt auslöst.
Ich spüle alles mit einem Glas Wasser runter, schalte die Serie ein und warte ab.

01:00
Langsamer aber kräftiger Puls, leichte Stimulierung und beginnendes Anfluten von einem "Geil Gefühl"

01:05
Eindeutige Opiatwirkung, die Codein nicht unähnlich ist, aber doch leicht anders.
Es ist auch eine Mischung aus Stimulierung und Opiatwirkung.
Zusätzlich habe ich den Eindruck dass ein ganz leichter Hauch von psychedelischen Gedanken dabei ist,
den ich noch nicht richtig in Worte fassen kann. Irgendwie erinnert mich dieser Effekt an Thujon.
Die stimulierende Wirkung ist mit einer minimalen emetischen Wirkung gepaart, aber vernachlässigbar gering.

01:25
Die stimulierende Wirkung ist weg und ist übergegangen ist eine Codein-ähnliche Sedierung.
Wirkung ist vergleichbar mit 80-100 Tropfen Paracodin.
Sehr angenehmer Opiat-Gehirntod. Entkoppelung von Gedankenbildern und Emotionen.
Was ist ein Problem? - Ich weis nicht was ein Problem ist.
Sehr angenehm, schreibfaul, will nur mit gedankenleerem Kopf jetzt dahindümpeln und die Serie schauen.

02:00
dahindümpeln, genießen, fernsehen, gedankenleer.
Alle Gedanken sind gedämpft, wie ein Radio aus dem Nebenzimmer.
Was ich etwas vermisse ist das erotische Wachträumen, ansonsten top!

02:30
Der Peak beginnt nun nach zu lassen.
Als vorläufiges Fazit kann ich aber bereits sagen, dass mich Akuamma definitiv überzeugen konnte, und ich es in die Liste
der Opiate aufnehmen werde, die ich bei Gelegenheit definitiv regelmäßig konsumieren werde.
Die Dosis war vielleicht etwas niedrig, bei einem halben Samen ist man aber sicher ausreichend bedient.
Ich bin heilfroh dieses Geschenk der Natur am eigenen Leib erfahren zu haben.
Opiate sind eine der genialsten Substanzklassen.

Ich war gerade am Klo und im Bad.
Obwohl eine deutliche Opiatwirkung vorhanden ist, merkt man interessanterweise keine körperlichen Anzeichen
wie Stichblick oder Harnstottern.

03:00
Der Großteil der Wirkung ist nun abgeklungen.
Das merkt man auch daran, dass schreiben nun wieder leichter geht.
Ich werde im Anschluss ein weiteres Experiment durchführen, nämlich, ob man bei Akuamma, ähnlich wie bei vielen anderen Opiaten,
den Peak mittels Uppern nochmal zurückholen kann.
Ich nehme dazu jetzt 1 Kapsel mit pflanzlichen Stimulantien ein (Großteils Dendrobium nobile Extrakt und einige coffeinähnliche Komponenten)

03:45
leichter Stichblick, angenehm müde Sedierung, die sich aber anders anfühlt als der Initial-Peak, ich bilde mir ein, dass
ein minimal erotisches Nodden aufflackert, aber ich muss diese Kombination nochmal bei einer höheren Initialdosis Akuamma testen
um eine sichere Aussage treffen zu können.

05:15
In den vergangenen 1.5 Stunden hat der Upper mich wach gemacht und den Aspekt des Gehirn-Leerlaufs noch einmal deutlich zurück geholt, bei dem ich einfach
praktisch gedankenlos und regungslos vorm Laptop gesessen bin. Auch habe ich das Gefühl, dass die ganz subtile und doch
spürbare psychedelische Komponente vom Anfang nochmal etwas zurückgekehrt ist, dementsprechend werde ich mich nun ins Bett begeben um
herauszufinden ob der Pflanzengeist von Akuamma eventuell in den Träumen noch eine Botschaft für mich hat.

2. Versuch mit Akuamma
01:00
Ich spüle das feine Mehl runter und spüre bereits Minuten später das Anfluten.
Eine kräftige Stimulierung setzt ein, die sehr ähnlich wie das Anfluten anderer euphorisierender Opiate ist.
Ein Gefühl der Stimulierung um die Brust herum, gleichzeitig ist der Puls aber langsam aber kräftig.
Die Stimulierung ist gepaart mit deutlicher Opiatwirkung die mich schreibfaul und angenehm gedankenleer macht.
ich will nur die Serien schauen und abschalten.

01:20
Die Stimulierung ist jetzt übergegangen in eine absolut angenehme, gedankenleere, opiattypische
dahindümpel-Sedierung die absolut mit Codein vergleichbar ist. :drools:
Der Kopf ist wohlig leer und taub wie Watte, sich an negative Dinge erinnern ist zwar bildlich möglich,
ist aber emotional nicht spürbar. Wunderbare Leere.
Das erotische Wachträumen vermisse ich etwas, ansonsten top!

02:00
Gedankenleer, heile Welt, schreibfaul, nur mit dem leeren Kopf die wirkung genießen.
Absolut überrascht wie potent, die vergleichsweise geringe Menge Akuamma ist.

02:45
Ich gehe pinkeln rüber. Erstaunlich ist, dass trotz der sehr deutlichen Opiatwirkung, die körperlichen Anzeichen
wie Stichblick und Harnstottern völlig fehlen. Das ist auch durchaus gut so, da es demnach einen anderen Wirkungsmechanismus
wie Morphinderivate zu haben scheint und daher mit diesen wahrscheinlich keine Kreuztoleranz haben wird.
So kann man sich von Mohnplörre wieder mal richtig entwöhnen.

03:00
Der Peak lässt jetzt rasch nach und ich überlege was ich nachlegen soll.
Upper will ich aber heute nicht nehmen, da ich vom letzten mal noch den Eindruck habe, dass die Kombination von Uppern+Opiaten
am besten bei Morphinderivaten funktioniert. Ausserdem möchte ich keine unnötige Toleranz aufbauen.

03:30
Ich habe mir zum Nachlegen einen Giftlattichtee gekocht, da Giftlattich ähnlich wie Akuamma die Eigenschaft hat,
im Kopf eine Opiatwirkung zu erzeugen, ohne aber körperliche Anzeichen hervor zu rufen.
Demnach müssten die beiden gut harmonieren.

03:45
Wunderbare innere Leere und genießen der heilen Welt.
Wobei aber jetzt schwer zu differenzieren ist, was von den Akuamma-Nachwirkungen und was vom Giftlattich kommt.

04:30
Zum Einschlafen nehme ich jetzt noch 5 Bilsenkrautsamen da diese gut mit den Opiatträumen harmonieren.

Akuamma + Giftlattich initial
00:30
Einnahme von einem halben Akuamma Samen, den ich fein zermalen habe zusammen mit einem
Tee aus einer Hand voll Giftlattich in einem halben Liter Wasser.

00:40
Deutliches Anfluten. Das stimulierende Ziehen um die Brust herum setzt ein,
gleichzeitig addieren sich die sedativen Aspekte von Akuamma und Giftlattich.
Eine sehr angenehme Schwere und Gelassenheit macht sich breit.

01:20
Die Zeit ist schnell vergangen, die Stimulierende Wirkung von Akuamma baut sich nun ab
und es beginnt eine synergetische, starke Sedierung zu dominieren

02:00
angenehme Gedankenleere, faul, dumpf sediert, nur die Serien schauen und abschalten
die sedierende Komponente wird eindeutig verstärkt

03:00
Das Nodden wird jetzt stark narkotisch, ich habe das Bedürfnis einen Upper nachzulegen.
Ich werde 2 Kapseln stimulierender Pflanzenextrakte einnehmen.

04:00
Ich bin deutlich wacher und geniesse die Opiatwirkung bei vollem Bewusstsein.
Dieses Gefühl harmoniert gut mit dem verträumten Opiatgefühl.

05:00
Die Wirkung flacht nun ab, und ich werde sie in den Opiatträumen im Schlaf ausklingen lassen.

Nun eine Erfahrung, die mir die medizinische Wirkung von Akuamma offenbart hat
gestern hat es sich ergeben, den medizinischen Aspekt von Akuamma kennen zu lernen und ich muss sagen,
dass es auch als Medikament absolut potent ist und näher erforscht werden sollte.
Ich kann nachvollziehen, dass Akuamma in Westafrika gegen allerelei Unbehangen eingesetzt wird.
Einen Live-Tripbericht konnte ich gestern nicht schreiben weil ich zu fertig war, aber eins nach dem anderen.

Zur Vorgeschichte, ich hatte diese Woche einen schweren grippalen Infekt, der sich bis zum gestrigen Tag eigentlich
kontinuierlich verschlechtert hat. Ich saß in der Arbeit mit absolut ekelhaftem Allgemeinbefinden, habe praktisch nichts gegessen,
trockener schmerzhafter Husten, Fieberdelirium und Schüttelfrost.
Ich konnte nur mit absoluter Anstrengung die nötigste Arbeit erledigen.
Ich bin mit dem Bus gefahren, weil es verantwortungslos wäre, sich in so einer Verfassung überhaupt noch ans Steuer zu setzen.

Gestern Abend überlegte ich dann eine Weile, was ich wohl heute konsumieren sollte.
Einen klassischen Opiatabend wollte ich dann nicht machen sondern mir die Euphorie lieber auf einen besseren Freitag aufheben,
aber natürlich gehe ich Freitags nicht nüchtern zu Bett und so überlegte ich, was man wohl aus dem heutigen Abend machen könnte,
und ob man den psychonautischen Aspekt eventuell mit medizinischer Grundlagenforschung kombinieren könnte.
Idiotischerweise gibt es nämlich, gegen eine sogenannte "Erkältung" von schulmedinizinischer Seite keine wirklich Hilfe,
zumindest ist mir nichts bekannt das dieses ekelhafte Allgemeinbefinden abschaltet. Von Aspirin spüre ich keine Wirkung.

Da kam mir Akuamma in den Sinn und mir fiel ein, dass es, da es ein Opiat ist, ja den Husten stillen müsste, und ausserdem diese
ekelhaften diffusen Schmerzen.
Ich nahm einen Viertel Samen, zermahlte ihn fein und lies dann dieses Granulat lange im Mund da ich diesen bitteren Geschmack mag.
Ich habe nur einen viertel Samen genommen, da mir auch leicht übel war, und nicht primär der Opiatrausch sondern der medizinische Aspekt
im Vordergrund stand. Ich schluckte es runter und nach etwa 10 Minuten fiel mir auf, dass neben einem leichten Opiatanfluten auch
eine absolut wohltuende Wirkung im gesamten Rachenraum, den Bronchien und in die Nasenhöhlen hinauf einsetzt. Dieses absolut ekelhafte
Brennen gepaart mit ekelhaften Allgemeinbefinden, dass eines der Hauptsymptome bei grippalen Infekten ist, war schlagartig weg,
und ist bis heute nicht mehr zurück gekehrt. Weiters hörte der Husten auf, so als ob man eine ordentliche Dosis Codein genommen hätte.
Ich spürte im gesamten Brustbereich, neben dem Ziehen was für Akuamma typisch ist, eine absolut wohltuende, schmerzlindernde Wirkung
und generell flachten sämtliche Allgemeinsymptome ab, in einer Weise, wie ich es ansonsten nur von Cannabis kenne.
Ich hockte etwa 3 Stunden vorm Laptop regunglos da, und genoss diese Wirkung.
Dabei sagte ich erstaunt zu mir selber: "So ist es also, wenn man sich normal fühlt??"
Ich hatte diese Woche schon etwas vergessen, wie sich normal überhaupt anfühlt.
Nicht nur dieses opiattypische im Kopf normal fühlen hatte ich, sondern ganz besonders körperlich fühlte ich mich wohl und normal.
Dann ging ich ins Bett und habe 14 Stunden durchgeschlafen und heute bin ich praktisch gesund.
Ich habe sogar überlegt, ob ich trainieren gehen sollte, was ich natürlich noch nicht mache, um den Körper noch zu schonen, aber
bis auf einen leichten lokal begrenzten harten Husten, der nicht weiter stört, fühle ich mich körperlich absolut normal.
Es ist schon erstaunlich welches Potential in unerforschen Pflanzen schlummert.
Akuamma wird so weit ich weis, ja auch in Westafrika gegen Malaria verwendet, was vermutlich auch auf seine fiebersenkende,
und den Allgemeinzustand stark verbessernde Wirkung zurück zu führen ist.
Das ist eine Pflanze mit Potential. :good:

Und zuletzt, ein Versuch mit Psychotria Colorata
nachdem ich jetzt eine Stunde um die Psychotria herumgeschlichen bin und überlegt habe, welches Blatt man am schonendsten entfernen könnte,
habe ich mich nun durchgerungen heute einen Selbstversuch mit 1 Blatt von der P.Colorata zu machen.
Idiotischerweise habe ich im ganzen Haus kein Lineal oder ähnliches, weshalb ich zum Vergleich einen Leuchtstift daneben gelegt habe um eine Dosisangabe zu haben:
http://abload.de/img/20150307_002029khkkv.jpg
20150307_002029khkkv.jpg
00:30
Ich zerkaue das Blatt gründlich und spüle es mit Wasser runter,
dabei befinde ich mich in dem Set und Setting welches für Opiate optimal ist.
"scharf-grüner" Geschmack, der dem Schierling nicht unähnlich ist

00:35
Eindeutiges Anfluten! und eindeutig opiatmäßig, wobei ich noch keinen exakten Vergleich
zu einem bekannten Opiat ziehen kann, es scheint eine ganz eigene Note zu haben

00:45
Ich würde die Wirkung als rein auf den Kopf konzentriert bezeichnen, kein Bodyload oder ähnliches,
aber eine absolut warm-angenehme Sedierung im Zentrum des Kopfes macht sich breit.
Am ehesten mit Codein vergleichbar, aber doch anders, es fällt mir schwer die Wirkung exakt
mit einem bekannten Opiat zu vergleichen.
Ich werde schreibfaul und ganz opiattypisch gedankenleer, jetzt schnell ab in die heile Welt!

00:50
Ok, P.Colorata ist potent und das Gefühl gerade ist hammergeil.
Es entspringt im Hinterkopf und zieht sich über das Gesicht runter.
Ich würde es irgendwo zwischen Codein und Giftlattich einordnen, aber doch anders.
Aber es ist einfach GEIL! Jetzt die Serie schauen!

01:00
Das dumpfe Gefühl dass zuvor nur im Hinterkopf vorhanden war, zieht sich jetzt zunehmend
in den Oberkörper und die Extremitäten runter, wobei es teilweise ein Körpergefühl annimmt,
dass Tramadol nicht unähnlich ist. Aber auch nicht genau so, es fällt mir schwer,
die Wirkung 1:1 mit einem anderen Opiat gleichzusetzen.

01:10
Die dumpfe, Watte Wirkung ist jetzt wieder stark auf den Hinterkopf konzentriert

02:30
Pupillencheck: Keine Veränderung, auch keine anderen körperlichen Nebenwirkungen.

03:10
Der Peak flacht jetzt rasch ab und das Ausklingen der Wirkung macht sich so bemerkbar, dass dieser "Fleck" am Hinterkopf
kleiner und schwächer wird. Die ganze Zeit denke ich darüber nach, dass ich ein sehr ähnliches Gefühl doch von irgendwo kenne,
und dann fällt mir ein woher: von Salvia!
Wenn Salvia ausklingt, dann hat man auf der linken Kopfseite auch so eine Art Fleck, der kleiner und schwächer wird,
bis die Wirkung ganz weg ist. Bei P.Colorata ist es gewissermaßen ähnlich, nur dass das Zentrum im Hinterkopf ist,
und es nicht psychedelisch sondern eine reine dumpfe Opiatwirkung ist.

Extrem interessant! Das hätte ich nicht gedacht, dass die Wirkung so eine Richtung annimmt.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass P.Colorata ein absolut potentes Opiat ist, dass aber eine ganz eigene Wirkung hat,
was sicherlich den Vorteil bringt, dass es keine Kreuztoleranz mit den konventionellen Opiaten hat.
Das ist ein völlig neues, exotisches, "Research Opiat", mit einer ganz eigenen Wirkung, die zweilsfrei opiattypisch ist,
aber offenbar an einem anderen Rezeptor wirkt, wie die Opiate die mir bislang bekannt sind.
Die Wirkung ist fast rein kopflastig, sehr selektiv und praktisch nebenwirkungsfrei.
Die Dosis kann ruhig noch höher sein, ich denke mit 3 grossen Blättern hätte man das volle Wirkungsspektrum.
Diese Wirkung im Hinterkopf, die ich fast auch als eine Art sanftes Ziehen beschreiben würde, ist wirklich erstaunlich.

Jetzt überlege ich, was ich nachlegen soll. Upper passen vom Gefühl hier nicht dazu. Dieses Opiat ist anders.
Irgend eine Ähnlichkeit mit dem Salvia-Nachglühen hat es, nur dass es im Hinterkopf ist, und ohne psychedelische Wirkung.
Mir ist schon öfters aufgefallen, dass wenn man nach einem Salviatrip ein Bier trinkt, dieses Nachglühen verlängert und verstärkt wird.
Ich denke das könnte hier auch funktionieren.

04:00
Die Zeit ist nun sehr schnell vergangen und nach dem Bier, dass anders und stärker wirkt, als man es von dieser Menge erwarten
würde, macht sich nun eine angenehme Sedierung breit, die ich im Bett auskosten werde.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Ausgesetzt in der Salviawelt, bei mir habe ich nur meine Bong und ein Feuerzeug. Entitäten werden mich begleiten. Ich zeige Ihnen, wie man hier überlebt!
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Teo Nanacatl
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Re: Natürliche Opioide Substanzen

Beitragvon Teo Nanacatl » 31. Mär 2015, 23:05

Zwei sehr wertvolle Beiträge ! Vielen Dank !
Picralima (Akuamma) hat mich auch das ganze Wochenende beschäftigt :smiley32: :thumbsupsmileyanim:
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Pusemuckel
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Re: Natürliche Opioide Substanzen

Beitragvon Pusemuckel » 1. Apr 2015, 07:41

Lieber chronic,
zuerst möchte ich mich an dieser Stellefür diesen wiedermal überdurchschnittlich informativen und durchaus von mir heiß erwarteten Beitrag bedanken!!! :wub: :100: :beer:
Jeder der sich am vergangenem Samstag mit dir unterhalten hat bzw. deinen Vorträgen über diverse Stoffe und Pflanzen lauschen durfte wird wohl fasziniert gespürt haben, wie viel Potential in dir steckt!! :smiley43.gif: Ich möchte wirklich von ganzem Herzen sagen: Danke das du dir die ganze Mühe machst und solche Beiträge schreibst!!! Ich weiß wie lange du an soetwas sitzt und wie viel Arbeit es ist kann sich wohl jeder selber vorstellen!! Danke das du dein Wissen mit uns teilst und auf diese Art und Weise uns zugänglich machst!!! :wub: :100: :98:

Gleiche Worte möchte ich an dieser Stelle an dich kk84 richten: deine Erfahrungsberichte bereichern unser Forum genau so sehr, wie die Informationsbeiträge von chronic!!!

Zum Thema ansich: zum Glück ist bald Ostern, dann werde ich meine Akuamma-Spende antesten!! :thumbsupsmileyanim:
~~~~~Back to reality - don't turn back~~~~~
Matthäus 5:3 :wub:
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chronic
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Re: Natürliche Opioide Substanzen

Beitragvon chronic » 2. Apr 2015, 14:39

Danke für die Lorbeeren. :angel: :wub: :98:
Ich freue mich das mich kk84 (Danke für deine Unterstützung :100:) mit seinen Berichten ergänzt hat. Selber finde ich nicht die Worte solch eine Erfahrung zu verschriftlichen.

Der Text ist eigendlich noch nicht fertig. In den nächsten Tagen wird er noch etwas bearbeitet werden. Ich wollte ihn nur so schnell wie möglich Posten.
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psilobob
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Re: Natürliche Opioide Substanzen

Beitragvon psilobob » 2. Apr 2015, 17:58

Man könnte noch hinzufügen, dass es mittlerweile aus dem Salvinorin B (durch deacetylierung aus Salvinorin A hergestellt) entwickelte Opioide gibt, die nicht nur am kappa-Opioidrezeptor andocken, sondern noch eine beträchtliche Affinität zum µ-Opioidrezeptor gibt, also dem für die Euphorie und Antinociceptive (schmerzunterdrückende) Wirkung verantwortlichen,
Morphin ist der klassische µ-Agonist.
Welches Derivat des Salvinorins ich jetzt speziell meine, ist Herkinorin, der Benzoesäureester des Salvinorin B´s, Salvinorin A ist der Essigsäureester des Salvinorin B´s.
Bild
http://en.wikipedia.org/wiki/Herkinorin

Also ein halbsynthetisches Opioid, mit geringerer ("halluzinogener") k-Opioid Wirkung, und stärkerer µ-Opioid Wirkung.
Das Interessante an dieser Substanz, bzw allen halbsynthetischen, als Analgetikum entwickelten Salvinorin Derivaten, ist, dass sie anscheinend keine Toleranz/physische Abhängigkeit entwickeln, wegen fehlender Interaktion mit dem für die Regulation solcher Mechanismen im Körper vorhandenem Arrestin.

Klasse Zusammenfassung chronic!
Ich finds echt gut dass du dir soviel Mühe gibst, dass wir aus diesem Forum eine mit professionell hochwertigen Informationen gefütterte Ecke machen! :smiley32:

Achso, zu deiner Auskunft dass AH-7921 das stärkste im Internet erhältliche Opioid ist, wollte ich noch hinzufügen, dass auch andere Potente Opioide erhältlich sind, wie der Metabolit von Tramadol, O-Desmethyltramadol, sowie Nortilidin, der aktive Metabolit von Tilidin.
Ausserdem sind diverser niedrigpotente Fentanylderivate auf dem Markt, wie zB das um ein Kohlenstoff am Amid verkürzte Acetylfentanyl, und das um eines verlängerte Butyrofentanyl. Teilweise als Verreibungen oder als Lösungen für die Verwendung als Nasenspray, da man ja um die hirnlosen 08/15 Konsumenten weiss und denen nichts potenteres verkaufen möchte ohne sich der Gefahr auszusetzen für Todesfälle verantwortlich zu sein als Händler.

Ausserdem gibt es auch Händler, die isoliertes Mitragynin, dessen potenteres 7-HO-Mitragynin, und den Essigester, 7-Acetoxy-Mitragynin, verkaufen.

Wenn Interesse besteht kann ich eine Referenz zur Extraktion von Mitragynin raussuchen, man braucht zwar riesige Mengen an Lösemitteln, aber erhält vor der Chromatographischen Aufreinigung das reine Alkaloidgemisch, mit einem Gehalt von ~70% Mitragynin, je nach Qualität des Kratoms.
Für einen Händler/Hersteller der über die Möglichkeit verfügt diese Riesenmengen Lösemittel abzudestillieren und wiederzuverwenden, durchaus eine billige Angelegenheit.
Damit will ich sagen, solche Angebote im Netz sind kein Scam.

Ich sah ausserdem mal Stöcke die von Dermorphinhaltigen Fröschen abgerieben wurden, irgendeine traditionelle Zubereitung von Phyllomedusa bicolor wohl, aber da weiss ich leider nichts genaueres mehr. Nur noch dass ich mit jemanden darüber diskutiert habe, der mir stark abgeraten hat davon, es soll wohl eher unangenehm wirken.
Man sollte sich die Zeit nehmen ab und zu innezuhalten um an den Blumen zu riechen, rauchen, essen, schnupfen, brauen, extrahieren, observieren, analysieren oder sie anderweitig wertzuschätzen. :)
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Re: Natürliche Opioide Substanzen

Beitragvon chronic » 2. Apr 2015, 19:33

Psilobob Danke für dein Lob. Es ist mir auch ein Anliegen das Niveau hier ein wenig höher zu halten. In zuvielen Foren werden Halbwahrheiten verbreitet oder geht wichtiges im Spam unter.

Nach entwickelten Medikamenten aus Salvia habe ich gesucht, jedoch nichts gefunden. Aber na klar, Herkinorin sagt mir eigendlich was. Das hatte ich total ausgeblendet. Da muß unbedingt noch ein Hinweis rein.

Reinalkaloide aus der Kratompflanze habe ich im Netz schon gefunden. Eine Anleitung davon hier zu Posten halte ich nicht für so gut. Tramadolderivate habe ich ebenfalls schon im Netz defacto frei erhältlich gesehen. Sie waren aber da nicht natürlichen Ursprungs kein Thema für den Text. Ebensowenig wie weitere exotische Opioide wie W-15, W-18.
AH-7921 habe ich nur nebenher bei Dermorphin erwähnt weil es auch heftig potent ist. Mittlerweile dürfte diese RC- Chemikalie auch fast nicht mehr erhältlich sein.

Bei den Hölzchen die du meinst handelt es sich um Kambo Sticks. Sie werden von einigen Händlern ethnobotanischer Produkte angeboten. Der Frosch wird lebendig an vier Enden aufgehangen und man streicht mit kleinen Hölzern über seinen Körper um das austretende Sekret aufzufangen.

Bild

Kambo wird für gewöhnlich nach einer Ayahuasca Session gesondert verabreicht. Neben Opioider Stoffe enthält der Froschschleim eine Vielzahl unterschiedlicher Stoffe die auf den gesammten Organismus gehen. Die Kambo Impfung (Vacina do Sapo) stärkt in erster Linie das Immunsystem und ist stark blutreinigend. Sie soll bei Angstzuständen, Depressionen helfen und wirkt durchblutungsfördernd. Das Fortschreiten von Krebsleiden soll verzögert werden. Positive Auswirkungen auf Rheuma und sonstige Gelenkerkrankungen werden berichtet.

Bei der Anwendung wird das stumpfe Ende eines Stücks dünner Liane oder Holzstäbchens wird an der Kerze entzündet, die Flamme ausgeblasen und durch Pusten zum Glühen gebracht. Die Haut wird an einigen Stellen angesengt und die verbrannte Oberhaut direkt danach mit einem Tuch entfernt. Mit ein paar Tropfen Wasser wird das Sekret aufgeweicht, vom Holzspatel abgeschabt und dabei zu kleinen Kügelchen geformt, die dann mit der Messerklinge oder Stäbchen auf die vorbereiteten Hautstellen gebracht werden.
Während einer Kambô-Behandlung gibt es eine unmittelbare Reaktion des Nervensystems, zudem erhöht sich der Puls. Möglicherweise stellt sich Brechreiz ein und bestenfalls erlebt man ein nicht unangenehmes Erbrechen. Schwellungen im Gesicht sind normal und verschwinden relativ rasch nach dem Entfernen der Medizin. Je nach Konstitution vollzieht sich der ganze Prozess innerhalb 30 Min. bis höchstens 1 ½ Std., wobei der intensive Teil zwischen 10 und 20 Minuten dauert.
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Re: Natürliche Opioide Substanzen

Beitragvon Attic » 22. Apr 2015, 19:16

Wow vielen Dank für die Zusammenfassung! Darf man die Texte unter Namensnennung und Linkverweis benutzen?

Außerdem hätte ich noch eine Frage zur Incarvillea. Hier (https://www.baldur-garten.de/produkt/Bl ... tAodpSAA3w) findet man die von dir angesprochene delavayi. Wie konsumiert man diese denn? Welche Pflanzenteile sind besonders reich an Opioiden? Rauchen, Tee, Kauen, ..? Hast du da was zu? :)
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Re: Natürliche Opioide Substanzen

Beitragvon chronic » 24. Apr 2015, 00:10

Außerdem hätte ich noch eine Frage zur Incarvillea. Hier (https://www.baldur-garten.de/produkt/Bl ... tAodpSAA3w) findet man die von dir angesprochene delavayi. Wie konsumiert man diese denn? Welche Pflanzenteile sind besonders reich an Opioiden? Rauchen, Tee, Kauen, ..? Hast du da was zu? :)
Dazu kann ich (noch) nichts sagen. Ich denke die delavayi lässt sich wie die sinensis nutzen. Die Frage ist ob ausreichend Alkaloide in dem Kraut drin sind und wieviel man gefahrlos nehmen kann um Schmerzen zu bekämpfen. Man findet zu der sinensis einige Informationen, zu der delavayi dagegen nichts. Was immer das zu bedeuten mag. Auf jeden Fall Vorsicht bei solch neuen Pflanzen!
Incarvillea delavayi wird übrigends von vielen Händlern angeboten.


Wow vielen Dank für die Zusammenfassung! Darf man die Texte unter Namensnennung und Linkverweis benutzen?
Attic du kannst die Texte gerne unter Namensnennung und Linkverweis benutzen. ;-)
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Teo Nanacatl
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Re: Natürliche Opioide Substanzen

Beitragvon Teo Nanacatl » 24. Apr 2015, 12:13

Da hat sich der Teo doch direkt mal ein paar Samen der sinensis in England bestellt. Wenn daraus etwas wird und jemand interessiert ist, könnte ich in einigen Wochen das eine oder andere Pflänzchen zum Forschen verteilen :smiley42:

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