2C-B ein erster Eindruck

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kleinerkiffer84
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2C-B ein erster Eindruck

Beitrag von kleinerkiffer84 » 26. Aug 2018, 19:36

Gestern durfte ich das Reich der Phenethylamine betreten, indem ich noch einen Test mit 2C-B durchführte. :good:
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Ich komme gerade von meinem ersten Lowlevel-Test mit 2C-B zurück und kann bereits jetzt sagen, obwohl es nur eine niedrige Dosis von 7mg war, dass diese Substanz richtig Potential hat.
Nicht umsonst zählte sie auch Shulgin zum goldenen halben Dutzend. Nachdem ich nochmal die Dosierung gegoogelt hatte, entschied ich mich einen vorsichtigen Test zu unternehmen
und wog mir 7mg ab, die ich in eine Kapsel füllte.

Um 21:00 schluckte ich die Kapsel, saß vorm Laptop, hörte Psytrance und surfte noch etwas in den Foren herum.
Nebenbei baute ich noch einen Joint mit CBD Hasch den ich irgendwann in der Nacht sicher noch rauchen würde.
Während ich den Joint baute, es muss ca. 21:15 gewesen sein, musste ich plötzlich aus heiterem Himmel zu lachen beginnen, völlig ohne Grund.
Ich schob den halb gebauten Joint zur Seite, lachte wie ein Irrer und drehte ihn dann fertig. Beim Drehen merkte ich ganz plötzlich eine veränderte Haptik, einen gewissen Bodyload
und eine "toxische Sicht", so nenne ich das, die mich sehr an Meskalin erinnerte. Ich merkte, dass dies bereits die ersten Anzeichen einer Wirkung sind und mir war ausserdem deutlich
erkennbar das es sich um ein Meskalin-Derivat handelt. Insgesamt erinnerte mich das Körpergefühl, die Sicht, dass Anfluten sehr stark an Meskalin, merkte aber auch, dass sich im
Hintergrund noch weitere Wirkungsaspekte zu manifestieren beginnen, die auch mehr und mehr präsent wurden.

Nun baute sich innerhalb der nächsten Minuten eine deutliche Stimulierung auf und es stellte sich ein leichtes, schwebendes Körpergefühl ein, welches dem von MDMA sehr ähnlich war.
Nun wollte ich aber gar nicht mehr vor dem Laptop sitzen, sondern ich hatte Bewegungsdrang und wollte einfach draussen herumgehen.
Zuerst wollte ich eigentlich sitzen bleiben und die Wirkung zu Psytrance geniessen, doch dann stellte ich fest, dass der Hang zu elektronischer Musik bei 2C-B offenbar gar nicht so stark
ausgeprägt ist. Vielmehr begann in mir so etwas wie eine kindliche Neugierde und Entdeckungsdrang zu entstehen, ich wollte die Umgebung erkunden, wie ein Kind.
Ich machte mich auf den Weg zu einem nächtlichen Spaziergang bei dem es mich dieses mal interessanterweise, nicht wie sonst üblich in die Natur zog, sondern in den Ort hinein.
Aus irgendeinem Grund wollte ich durch den Ort gehen und ich merkte mehr und mehr, dass in mir so etwas wie eine kindliche Verspieltheit und Entdeckungsdrang aufkam, gepaart mit MDMA ähnlicher Empathie.
Auf meinem Weg traf ich eine Gruppe Personen, die am Strassenrand standen und diskutierten, ich grüßte sie freundlich und merkte, dass eine absolut MDMA-typische Wirkung in mir entsteht.
Normalerweise mache ich einen riesen Bogen um andere Menschen, wenn ich Substanzen konsumiert habe, aber 2C-B schien an dieser Stelle diese sozialphobische und paranoide Grundhaltung die ich entwickelt
habe, weil man sich mit dem Konsum so sehr vestecken muss, deutlich aufzubrechen. In diesem Moment wurden alte festgefahrene Denkmuster richtig geknackt, wie eine Nussschale und das Denken neu sortiert.
Ich hätte mit denen sogar Smalltalk führen können, was ich jedoch nicht machte, denn verdächtig machen wollte ich mich auch nicht und schließlich kannte ich diese Substanz noch gar nicht gut genug.
Also vermied ich weiteren Blickkontakt und ging unaufällig weiter. Während ich ging, merkte ich, wie ich immer mehr mir selber ins Reine kam, ausserdem spürte ich deutliche Empathie den Personen
gegebenüber die ich zuvor sah, ich konnte mich in sie hineinversetzen, ich wusste was sie bewegt, wer sie sind, ob es denen gut geht, eben genau so, wie man es von der warmen Empathie durch MDMA kennt.

Nach einer Weile kam ich am Friedhof an. Dort setzte ich mich auf eine abgelegene Bank, schloss die Augen und lies mich nun ohne Erwartungshaltung richtig in der Wirkung treiben.
Dabei wurde alles immer verspielter, es setzte eine fast salviaähnliche Affinität zur Kindheit ein. Es war als ob ich wieder ein Kind geworden bin und die Welt durch die unkomplizierten
Augen und Bewertungssysteme eines Kindes wahrnehme. Ich musste heiter zu lachen beginnen und mir wurde mehr und mehr klar, dass diese Welt mit allen ihren Problemen nicht besonders ernst zu nehmen ist.
Auch ich selber brauche mich nicht ernst nehmen. Bei geschlossenen Augen war die Phantasie heiter in einer kindlichen Weise beflügelt. Alles war sehr verspielt, wenn ich mich darauf einlies
hatte ich für einen Moment das Gefühl, als wäre ich in der Handlung von einem Märchenbuch und ich bin dabei so ein Zwerg mit einer roten Mütze, woraufhin ich nochmal lachen musste.
Überhaupt wirkte der gesamte Friedhof richtig märchenartig. Alles war magisch verzaubert, aber in so einer kindlichen Weise, wie in einem Märchenfilm, was immer wieder für kindliche Lachkicks sorgte.

Nun interessierte mich aber vor allem das therapeutische Potential von dieser Substanz, die auch Shulgin bereits gelobt hatte.
Ich verwendete diesen veränderten Bewusstseinszustand nun dazu, um bewusst über verschiedene Probleme nachzudenken. Wie auf einer Checkliste ging ich vor dem geistigen inneren Auge Probleme
durch, fühlte in sie hinein, überlegte, was die Lösung wäre. Die Lösung zu jedem Problem war plötzlich ganz trivial, wenn auch jetzt in nüchternem Zustand nicht mehr vollständig greifbar,
nämlich: "Das Problem existiert gar nicht, nur du selber nimmst etwas vermeintlich existierendes viel zu ernst, dass ist alles, nichts weiter! Wenn überhaupt nötig, wäre das alles
mit kleinen Veränderungen lösbar."

Das war die Antwort auf jedes Problem, dass ich in diesem Zustand betrachtete.
Es ist so einfach! Wenn der Kontext des Problems nicht mehr in meinem Bewertungssystem existiert, existiert auch das Problem selber nicht mehr. In den psychedelischen Welten ist oft alles so einfach.
Mir fiel auf, dass 2C-B jeden vermeintlichen schweren Felbsbrocken im Inneren mit einer Verspieltheit und Empathie eine Leichtigkeit verleiht, die ihm jeglichen Schrecken nimmt.
Man hat in diesem Zustand wieder so etwas wie eine kindliche Lebensfreude, eine Unbekümmertheit, wie man sie im Laufe des Erwachsenenlebens einfach verlernt. Nichts ist besonders ernst zu nehmen,
weder die Welt, noch ein Problem, noch ich selber und eigentlich kann man dazu nur lachen, dass war so die Kernaussage, vom Wirkungshöhepunkt.
Es war als ob das 2C-B mein Bewusstsein wieder zur den "Werkseinstellungen" zurückgesetzt hätte, zu jenem Modus, in welchem man als Kind die Welt sieht und man noch nicht vom System
vereinnahmt ist.

Die Wirkung am Peak war, die Shulgin bereits sagte, wie ein Candyflip, eine Mischung aus einem Psychedelikum und einem Empathogen.
Es öffnet den Weg in das eigene Bewusstsein, ähnlich wie Meskalin, doch gleichzeitig betrachtet es dieses aus einer sehr verspielten kindlichen Sichtweise, gepaart mit Empathie.
Diese Kombination macht 2C-B zu einem äusserst effektiven Werkzeug, sich seinem Innenleben ohne Hemmungen zu nähern. Obwohl ich nur 7mg hatte und die stärke des Trips jetzt nicht reichte um in meinem
Inneren mal eben Berge zu versetzen, wurde mir absolut klar, dass 2C-B ein hocheffektives Instrument in der Psychotherapie wäre und das es eine Sauerei ist, so etwas überhaupt zu verbieten!

Nun war es mittlerweile 23:00 und die Wirkung war wieder weitgehend weg. Ich ging noch etwas durch die Gegend und merkte wie diese kindliche Sichtweise wieder mehr und mehr dem gewöhnlichen Alltag wich.
Wellenartig spürte ich noch ein paar mal ein leichtes Zurückkommen der Wirkung, welches sich als ein Leichtigkeitsgefühl in den Beinen, ähnlich wie bei MDMA zeigte und ausserdem durch
eine grundlos bessere Stimmung.

Obwohl es eine niedrige Dosis war, war ich absolut positiv von dieser Substanz überrascht und habe einen deutlich Vorgeschmack bekommen, in welche Richtung die Wirkung bei höheren Dosen gehen wird.
2C-B ist eine hochinteressante Substanz und ein absolut unverzichtbares Instrumentarium in der Psychotherapie, dass ist mir nun völlig klar geworden.
Es ist diese Candyflip-Wirkung, dieses Aufeinandertreffen von introspektiver psychedelischer Wirkung und der gleichzeitigen Empathie und Verspieltheit, was diese Substanz so speziell macht.
Wirklich top, ich kann nur wiederholen, dass eine kontrollierte Anwendung von 2C-B in keiner psychotherapeutischen Sitzung fehlen darf. Ich bin selber überrascht und kann Shulgin vollkommen
verstehen, warum er diese Substanz so gehyped hat. 2C-B ist zumindest in dieser Dosis, absolut freundlich, leicht steuerbar und daher auch perfekt für Neulinge geeignet. Ich hatte zu
keinem Zeitpunkt Angstzustände oder andere unbehagliche Gedanken. 2C-B scheint auch das Ego nicht anzugreifen, zumindest nicht in dieser Dosis. Der gesamte Trip war komplett ego-save.

Was beim Trip jetzt noch gefehlt hat, waren Optiken, aber das lag an der niedrigen Dosis, bei 14mg sieht das vermutlich schon ganz anders aus.
Für einen kurzen Moment hatte ich am Höhepunkt CEVs, die aussahen wie eine Art neongrün leuchtende Baumwurzel die sich in Fraktale verzweigt. Um Strassenlaternen herum
glaubte ich für einen kurzen Moment ein paar mal so etwas wie ein psychedelisches Spinnennetz zu sehen. Insgesamt gehen die optischen Effekte aber erst jenseits von 10mg los, soweit ich
mich bislang eingelesen habe.

Heute am Tag danach fühle ich deutliche positive Nachwirkungen. Es ist eine antidepressive und energetisierende Wirkung vorhanden, ähnlich wie die 5-MeO Energie nur leicht anders.
Es ist wieder diese "Aufbruchsstimmung". Das ist ein wirklich interessanter Aspekt mancher Psychedelika, der mir erst seit den 5-MeO Tryptaminen aufgefallen ist.
Ich behaupte jetzt mal, dass ein gelegentlicher Trip mehr bringt, als die meisten Antidepressiva. In einem englischen Forum hat im Zusammenhang mit den energetisierenden Nachwirkungen
einmal jemand das Wort "upliftig" benutzt. Das trifft es auf den Punkt, genau das ist es, so fühlt es sich an, ein besseres Wort fällt mir ebenfalls nicht ein.
2C-B ist uplifting, genauso wie 5-MeO Tryptamine uplifting sind. 2C-B hat das Potential einem aus starren Abgründen herauszuziehen und neue Perspektiven zu offenbaren, die zuvor nicht greifbar waren,
diese Substanz hatte zweifelsfrei Potential.
Ausgesetzt in der Salviawelt, bei mir habe ich nur meine Bong und ein Feuerzeug. Entitäten werden mich begleiten. Ich zeige Ihnen, wie man hier überlebt!
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Glückspilz
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Re: 2C-B ein erster Eindruck

Beitrag von Glückspilz » 26. Aug 2018, 20:34

Wow, toller Bericht, echt klasse. Freut mich, das zu lesen.

2-CB steht bei mir auch noch auf der To-Do-Liste und ich hab auch vor, mit einer niedrigen Dosis einzusteigen. Dein Bericht steigert meine Vorfreude allemal. - Herzlichen Dank!
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Leuchtkugel
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Re: 2C-B ein erster Eindruck

Beitrag von Leuchtkugel » 28. Aug 2018, 15:01

Danke für den Bericht, das hört sich interessant an.
Ich denke 2C-B schaue ich mir später auch mal näher an.
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Herr von Böde
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Re: 2C-B ein erster Eindruck

Beitrag von Herr von Böde » 29. Aug 2018, 00:46

Danke für den Bericht. Klingt ein bisschen wie die Ahnung einer möglichen Befreiung. Tja, wenn die Substanzen nur so leicht und sicher verfügbar wären ...
"Bildung muss immer darauf abzielen liebgewohnte Denkmuster zu erschüttern."
- Prof. Dr. Rainer Rothfuß
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